Blog / Urbane Mobilität oder wie die Murtaler 1 Monat mehr Urlaub im Jahr gewinnen können
Die Steirer und im speziellen die Murtaler,
denn diese kenne ich am besten, sind in ihrer Mobilität sehr auf das Auto
fixiert. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass es im Murtal keine wahre
Urbanität (Stadtdichte) gibt, sondern sehr viele Umgebungsgemeinden – Land und
Weite. Der öffentliche Verkehr beschränkt sich auf Bahn und Bus. Für mich als Murtalerin
hat Mobilität zwei Aspekte: Einmal die urbane, also innerstädtische und die
überregionale Mobilität.
Bin ich unterwegs und schaue ich, wie viele
Personen in einem Auto sitzen, dann komme ich in 90% der Fälle auf das
Ergebnis: EINE. In der Regel sitzt nur eine Person im Auto, was natürlich eine
Verschwendung von Ressourcen und Energien bedeutet. Aber die heutige Zeit
verlangt beruflich sowie privat Flexibilität und Unabhängigkeit und daher
bleibt der Murtaler für sich alleine im Auto. Das führt natürlich in weiterer
Folge dazu, dass sich Verkehr, Abgase undUnfallrate etc. erhöht. Aber das
scheint dem Murtalern egal zu sein! Wenn ich die Murtaler schon nicht beim
ökologischen Gewissen packen kann, dann vielleicht beim Geldbörsl.
Der Murtaler vergisst immer, dass sein
geliebtes Auto im Jahr alles in allem durchschnittlich 5.000 – 7.000 EUR
(Anschaffung, Abschreibung, Versicherung, Steuer, Wartung, etc.) verursacht. Es
ist also nicht nur der Benzin und auch der ist sauteuer geworden, der das Auto
bewegt. Und jetzt ein kleines Gedankenexperiment:
Wenn wir von 2,2 Autos pro Familie ausgehen
und ein Auto im Jahr sagen wir EUR 6.000 kostet, gibt das (und das ist höhere
Mathematik) heiße EUR 13.200,-- pro Jahr. Verdient ein Haushalt
durchschnittlich EUR 2.400 netto im Monat, dann gehen die Personen im Haushalt
zu 40% für die Anfahrt zu ihrem Arbeitsplatz arbeiten. Geht man von einem
Arbeitstag von 8 Stunden pro Person aus, könnte man sich ohne Auto pro Person
und Tag 3,2 Stunden sparen. Wenn man dies auf ein Jahr hochrechnet, sind das
immerhin 700 Stunden oder anders herum ausgedrückt, die durchschnittliche
Murtaler Familie geht 2 Monate nur für ihre Automobilität arbeiten. Da fragt
man sich doch, ist ein Zweitauto das wert? Wenn die Murtaler Familie auf ihr
Zweitauto verzichtet, spart sie EUR 6.600,-- im Jahr oder gewinnt 700 Stunden
mehr Freizeit bzw 1 Monat Urlaub! Spricht doch einiges dafür, sich nach einer
Alternative umzuschauen oder was meinen SIE?
In der Stadt Knittelfeld sind die Wege im
Zentrum in der Regel so nah, dass man die Strecken zu Fuß innerhalb von 5-20
Minuten überwinden könnte, doch was machen die meisten!?! Sie nehmen das Auto. Wenn ich mich in Knittelfeld in der Stadt zu
Fuß bewege kann ich oft einige Autos beobachten die regelrecht "Runden
Fahren" zwischen Kapuzinerplatz und Hauptplatz und wieder Kapuzinerplatz
und...
Das Fahrrad ist auch ein guter Begleiter, denn
als Radfahrer kann man sich sehr gut und schnell durch die Stadt bewegen, und
es gibt sogar neben der Hauptverkehrsstraße durch Knittelfeld einen geräumigen Radweg.
Radwege gibt es natürlich nicht nur in Knittelfeld, sondern führen auch zu den
angrenzenden Gemeinden. Oder nimmt man nur den Murtalradweg her, der durch das
ganze Murtal und weiter führt. Auch das
regionale Busnetz im Murtal (Knittelfeld – Judenburg) ist nicht zu verachten. Der
Bus innerhalb von Knittelfeld fährt alle 15 Minuten und nach Judenburg alle 30
Minuten. Busfahren bietet daher auch eine sehr gute Möglichkeit der Mobilität.
Neben dem Bus gibt es auch Taxis die sehr gut angenommen werden, da die
Gemeinde dies unterstützt, indem man Taxigutscheine bei der Gemeinde kaufen
kann, die man dann bei der jeweiligen Taxifahrt einlöst.
Was tut man aber, wenn es regnet oder schneit,
man große Lasten zu transportieren hat? Dann nimmt man natürlich doch lieber das
Auto, anstatt zu Fuß oder das Rad zu nehmen, weil es am bequemsten ist und da
kommt murtalinfo.at ins Spiel:
Wieder einmal ist murtalinfo.at Vorreiter,
wenn es darum geht, innovative Ideen und Konzepte für Nachhaltigkeit und
Ökologie im Murtal bekannt zu machen und zu unterstützen. Hier ein Link zu www.mitfahrgelegenheit.at. mitfahrgelegenheit.at ist die größte
Mitfahrzentrale im Internet zur Vermittlung von
Mitfahrgelegenheiten in Österreich und Europa. Der Blick darauf lohnt sich, im
wahrsten Sinne des Wortes. Klicken. Fahren.
Sparen.
Auf das der Murtaler mehr Freizeit und
Lebensqualität hat und auch mehr Geld im "Börserl" bleibt!
Das ist ein Blogbeitrag zur Blogparade "Urbane Mobilität", durchgeführt von Ökoengergie-Blog
1 Kommentar zu "Urbane Mobilität oder wie die Murtaler 1 Monat mehr Urlaub im Jahr gewinnen können"
fischerhauser
15.02.2013 21:16:35
Ihren Beitrag habe ich mit großem Interesse gelesen, diesen kann ich nur befürworten. Wie Sie bereits bemerkten ist oft die Bequemlichkeit der Grund, schnell das Auto zu benutzen, um Dinge zu erledigen bzw. an sein Ziel zu kommen. Das Rad ist innerstädtisch eine echte Alternative oder auch für Menschen, bei welchen Arbeitsantritt, Ende, Kinder von der Schule holen, Event. unterschiedlichen, Besorgungen nebenbei machen, etc. keine Rolle spielt. In der Realität, in unserer ländlichen Umgebung, mangels öffentlichem Verkehrssystem (zumindest abweichend von Knittelfeld-Judenburg) sieht es leider anders aus. Ich bin ein großer Befürworter von innovativen, nachhaltigen Ideen zum Schutz unserer Umwelt - wie so viele. Mangels Alternativen, sind wir gezwungen zum Auto zu greifen bzw. sind wir froh, mit diesem unseren Alltag bewältigen zu können.