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Comeback der Lehrlinge? 10 Jahre „Helle Köpfe – geschickte Hände“

Comeback der Lehrlinge?  10 Jahre „Helle Köpfe – geschickte Hände“Freitag, 9. November 2018

Seit 2008 im Einsatz für die Lehre

Der Fachkräftemangel war in den Betrieben der Sparte Gewerbe und Handwerk bereits vor 10 Jahren spürbar. Dass sich die Situation weiter verschärfen würde, war keine Schwarzmalerei, sondern ein demografisches Faktum. Bereits 2008 ist aus diesem Grund eine Lehrlingsinitiative an den Start gegangen, die bis heute erfolgreich für die Lehre im Einsatz ist: „Helle Köpfe – geschickte Hände“ wurde von der Wirtschaftskammer Steiermark gemeinsam mit dem Land Steiermark und dem AMS initiiert und tourt seit nunmehr 10 Jahren durch die steirischen Schulen. Dabei gehen speziell geschulte Teams, die aus Studierenden bestehen, in die Schulen und informieren die Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Schulstufe im Rahmen der Berufsorientierung über alle Themen rund um die Lehre. Pro Jahr absolvieren die Teams rund 200 Präsentationen in den steirischen Schulen. Auch die Eltern, die eine wichtige Rolle bei der Wahl der Ausbildung spielen, werden durch Elternabende in den Schulen in die Initiative eingebunden „Wir bringen damit punktgenaue Information direkt zu den Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern, um sie für eine Lehre zu begeistern“, so Spartenobmann Hermann Talowski über die Initiative „Helle Köpfe – geschickte Hände“. Ursula Lackner, Landesrätin für Bildung und Gesellschaft, ergänzt: „Die Initiative ist ein wichtiger Beitrag zur Bildungs- und Berufsorientierung, der angesichts der vielfältigen Möglichkeiten zur Berufswahl einerseits und des Facharbeitermangels andererseits eine immer größere Bedeutung zukommt. Sie unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, den für sie am besten geeigneten Bildungsweg einschlagen zu können – einen, der ihren Interessen und Talenten entspricht, der ihnen genau das Rüstzeug in Sachen Bildung gibt, das sie für ihr späteres berufliches Leben benötigen.“

9,1 % mehr Lehranfänger

Initiativen wie „Helle Köpfe – geschickte Hände“ oder regelmäßige Auftritte auf der Berufs- und Studienmesse BeSt sowie auch das TalentCenter der Wirtschaftskammer Steiermark tragen nun erste Früchte: Die Zahl der Lehranfänger ist in der Steiermark erstmals um 9,1% gestiegen. 14.459 Jugendliche absolvieren mit Stand Ende August eine Lehrausbildung, das sind um 2,7 % mehr als im Vorjahr. Die Steiermark verzeichnet damit österreichweit das größte Plus. Die Betriebe der Sparte Gewerbe und Handwerk sind traditionell der größte Lehrlingsausbildner. Dort ist die Zahl der Lehranfänger von 1.949 auf 2.097 gestiegen, ein Plus von 7,6 % gegenüber dem Vorjahr. Talowski: „Insgesamt bilden unsere Betriebe 6.499 Lehrlinge aus, das entspricht einem Plus von 1,6 Prozent.“

NQR bringt Gleichstellung von Lehre und Matura sowie Meister und Bachelor

Auf Bundesebene werden ebenfalls die Weichen in die richtige Richtung gestellt: Im sogenannten Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) werden alle Bildungsabschlüsse und Qualifikationen künftig einer von 8 möglichen Stufen zugeordnet sein, um sie europaweit vergleichbar zu machen. Dabei wurde vor kurzem der Meister – also die höchste Stufe der fachlichen Qualifikation in einem Lehrberuf – auf der Stufe 6 eingeordnet und steht damit auf demselben formalen Niveau wie der Bachelor. Die Lehre findet sich aktuell auf Stufe vier und damit auf demselben Niveau wie die AHS- Matura, wobei eine formale Entscheidung über die tatsächliche Einstufung der Matura noch aussteht. Talowski: „Insgesamt ist das eine wichtige Aufwertung der Lehre und der Meisterprüfung. Das wird dazu beitragen, dass das Image der Lehre in Zukunft weiter steigen wird. Wir haben als Interessenvertretung lange dafür gekämpft, vor allem auch um den Fachkräftemangel wirksam und langfristig zu bekämpfen. Jetzt haben wir nicht zuletzt ein gutes Argument in der Hand, um Zweifel und Vorbehalte an der Qualität der Lehre zu zerstreuen!“

Fachkräfteforum am 7. November; neue Begriffe

Um die Politik und die Öffentlichkeit weiter für das Thema Lehre zu sensibilisieren, wird am 7. November in der Helmut – List - Halle das erste Fachkräfteforum der Wirtschaftskammer Steiermark über die Bühne gehen, mit Vorträgen zum Schwerpunktthema Jugend und Fachkräfte. Die Sparte Gewerbe und Handwerk schlägt zusätzlich vor, einen Runden Tisch abzuhalten, der wichtige Vertreter aus Wirtschaft und Politik zusammenbringt, um weitere Maßnahmen auszuarbeiten, die den Fachkräftemangel zurückdrängen. Ein Punkt dabei: Die Anpassung der Begrifflichkeit an eine zeitgemäße Sprache: „Wir müssen uns überlegen, ob wir etwa ein Wort wie ‚Lehrling‘ durch einen aktuelleren Begriff ersetzen. Wir bilden ja keine ungeschickten Zauberlehrlinge aus, sondern die Fachkräfte der Zukunft!“ Dasselbe gelte für den Begriff „Lehrlingsentschädigung“: „Wer richtet dabei bitte wo welchen Schaden an?“ Und auch der „Lehrlingswart“ soll künftig nur mehr Lehrlingsexperte“ genannt werden, wie es einige Branchen bereits heute tun.

Land Steiermark verstärkt Bildungs- und Berufsorientierung

Es den SteirerInnen zu ermöglichen, in den Regionen gut zu leben und arbeiten zu können, ist zentrales Element der Regionalentwicklungs-Strategie des Landes. In enger Zusammenarbeit mit Landeshauptmann- Stellvertreter Michael Schickhofer hat Bildungslandesrätin Ursula Lackner daher in den vergangenen Jahren die regionale Bildungs- und Berufsorientierung neu strukturiert und massiv ausgebaut.

Diese Maßnahmen wirken auf mehreren Ebenen:

  • Die SteirerInnen in den Regionen können sich einen besseren Überblick verschaffen über das regionale Angebot an Arbeitsplätzen und finden so leichter wohnortnah Arbeit.
  • Aus- und Weiterbildung können zielgerichtet und maßgeschneidert organisiert und angeboten werden.
  • Die Wirtschaftsbetriebe in der Region profitieren von besser ausgebildeten MitarbeiterInnen, die keine langen und stressigen Wege zum Arbeitsplatz zurücklegen müssen.

„Menschen haben individuelle Potenziale, Talente und Begabungen. Wenn sie in ihrer Arbeit ihre Interessen und Stärken nützen und ausbauen können, so bringt das nicht nur sie persönlich weiter, sondern es profitieren auch die heimische Wirtschaft und die Gesellschaft insgesamt“, erklärt Lackner die Schwerpunktsetzung des Landes.

 


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