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Wirtschaftsbarometer: Steirische Konjunktur-Dynamik verlangsamt sich

Wirtschaftsbarometer: Steirische Konjunktur-Dynamik verlangsamt sichMontag, 10. Dezember 2018

Ob Umsatz, Auftragslage, Preisniveau, Investitionen oder Beschäftigung – sämtliche Konjunkturdaten liegen im aktuellen Wirtschaftsbarometer der WKO Steiermark deutlich im positiven Saldobereich, haben allerdings an Dynamik verloren. Und zwar sowohl was die Einschätzung der bisherigen Entwicklung als auch was die künftigen Geschäftserwartungen betrifft. Ein Trend, der sich auch bei der Frage nach dem allgemeinen Wirtschaftsklima widerspiegelt: 51,4 Prozent der befragten Unternehmer melden eine Verbesserung, 9,5 Prozent eine Verschlechterung. Unterm Strich ergibt das zwar einen deutlichen Positivsaldo von +41,9 Prozentpunkten, dieser liegt aber um 10,8 Prozentpunkte unter jenem der letzten Umfrage! Dazu WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk: „Die wirtschaftliche Dynamik hat sich verlangsamt. Damit es zu keiner konjunkturellen Vollbremsung kommt, gilt es die Unternehmer im Zuge der geplanten Steuerreform 2020 spürbar zu entlasten. Weiters braucht es rasche Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel, dieser bremst die Konjunktur in vielen Branchen nachhaltig.“

Die steirische Konjunktur präsentiert sich auch zu Jahresende positiv, wenngleich in einer abgeschwächten Form – das zeigen die Zahlen des aktuellen Wirtschaftsbarometers der WKO Steiermark. Demnach schätzen die Unternehmer alle abgefragten Parameter erneut positiv ein, aber auf einem niedrigeren Niveau. Im Detail: Beim bisherigen Umsatz wie auch bei der Auftragslage beträgt der Positivsaldo +46,8 Prozentpunkte, beim Preisniveau +31,4 Prozentpunkte, bei den Investitionen +23,9 Prozentpunkte und bei der Beschäftigung +30,6 Prozentpunkte. „Alles in allem solide Konjunkturdaten, die aber von einer abgeschwächten Dynamik zeugen“, berichtet WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk. Das zeige sich auch bei der Bewertung des wirtschaftlichen Gesamtklimas: Konkret beurteilen 51,4% die wirtschaftliche Entwicklung der letzten 12 Monate positiv und 9,5% negativ, das entspricht einem guten Saldowert von +41,9 Prozentpunkten – zuletzt lag dieser aber bei +52,7 Prozentpunkten.

Insgesamt 768 steirische Unternehmerinnen und Unternehmer haben an dieser großen Konjunkturumfrage teilgenommen. „Sie spiegelt sämtliche Branchen, Regionen und Betriebsgrößen wider und lässt darüber hinaus auch einen Vergleich mit bundesweiten Daten zu“, erklärt Karl-Heinz Dernoscheg, Direktor der WKO Steiermark. Für Dernoscheg zeigen die Daten ein klares Bild: „Auch wenn sich die Wirtschaftsdynamik im kommenden Jahr verlangsamen dürfte, ist zum jetzigen Zeitpunkt keine Krisenstimmung zu spüren.“

So schätzen die Unternehmer die Geschäftsentwicklung ein

UMSATZ. Im aktuellen Wirtschaftsbarometer melden 58,9% der steirischen Unternehmer einen Anstieg und 12,2% einen Rückgang ihres bisherigen Gesamtumsatzes. Der daraus resultierende Saldo von +46,8 Prozentpunkten bleibt zwar klar im positiven Bereich, liegt aber deutlich hinter der letzten Umfrage (+57,6). Selbiges gilt für die erwartete Umsatzentwicklung, hier beträgt der Saldo +26,2 Prozentpunkte (Frühjahr 2018: +42,8 Prozentpunkte). Konkret rechnen 38,2% der befragten Unternehmen in der Steiermark in den kommenden Monaten mit einer Umsatzsteigerung und 12,0% mit einem Rückgang.

AUFTRAGSLAGE. Ein ähnliches Bild zeigen die Umfragewerte im Bereich der Auftragslage: Der Positivsaldo beträgt hier aktuell +46,8 Prozentpunkte, damit wird der Spitzenwert der letzten Umfrage (+52,2 Prozentpunkte) nicht ganz erreicht. Auch der Erwartungssaldo sinkt von +31,9 auf +14,0 Prozentpunkte, zeugt damit aber weiterhin von einer grundsätzlich positiven Stimmung. Konkret rechnen 28,4% der befragten steirischen Unternehmer mit einem Zuwachs ihres Auftragsvolumens und 14,4% mit einem Rückgang.

PREISE. Einen leichten Abwärtstrend gibt es auch beim Preisniveau: Der Saldo des bisherigen Preisniveaus sinkt von +38,5 auf +31,4 Prozentpunkte. In Bezug auf die nächsten zwölf Monate rechnen 45,9% der befragten Unternehmerinnen und Unternehmer mit einer (weiteren) Erhöhung ihrer Produktpreise, mit einer Preissenkung dagegen sehen sich 12,6% konfrontiert. Der Erwartungssaldo in diesem Segment beträgt damit +33,3 Prozentpunkte.

INVESTITIONEN. Der konjunkturelle Aufwärtstrend beflügelte zuletzt die Investitionsbereitschaft der steirischen Unternehmen, nun setzte es allerdings einen Dämpfer. Gegenüber der letzten Umfrage sinkt der positive Saldo von +37,9 auf +23,9 Prozentpunkte und auch bei den Investitionserwartungen zeigt der Trendpfeil nach unten, bleibt aber im positiven Bereich. Im Detail: 26,7% gehen von einem steigenden Investitionsvolumen aus, 13,3% von einem sinkenden. Damit fällt der Erwartungssaldo von +23,0 auf +13,4 Prozentpunkte, nicht zuletzt auch deshalb, weil viele anstehende Investitionen bereits getätigt worden sind.

BESCHÄFTIGUNG. Trotz einer geringeren Wachstumsdynamik dürfte die Beschäftigungsentwicklung in der Steiermark positiv bleiben, im Bereich der Fachkräfte ist mit weiterhin akutem Mangel zu rechnen. Bisher haben 41,8% die Zahl ihrer Mitarbeiter aufgestockt, künftig gehen immerhin noch 28,5% von einer Steigerung aus. Die Saldenwerte liegen damit klar im Positivbereich, und zwar bei +30,6 Prozentpunkte – was die bisherige Entwicklung betrifft – und bei +17,5 Prozentpunkte, was die Erwartungen für die kommenden Monate anbelangt.

EXPORT. In den vergangenen Monaten profitierte der heimische Außenhandel stark von einer dynamischen Entwicklung der Weltwirtschaft. Durch zunehmende Risikofaktoren, wie den handelspolitischen Kurs der USA oder den Brexit, kommt es allerdings auch hier zu einer konjunkturellen Eintrübung: Aktuell verzeichnen 43,9% der steirischen Exporteure einen
Anstieg ihrer Außenhandelsumsätze, künftig dürften es jedoch nur mehr 28,8% sein. Dadurch sinkt der aktuelle Exportsaldo auf +29,1 Prozentpunkte, die Erwartungshaltung sogar auf +6,1 Prozentpunkte. Trotz dieses Rückgangs überwiegen unter den steirischen Exporteuren aber nach wie vor klar die Optimisten.

Steiermark im Österreichvergleich

Die Konjunktureinschätzung der steirischen Unternehmer liegt mehr oder weniger im bundesweiten Trend, der ebenfalls als solide bezeichnet werden darf. Gleich wie in unserem Bundesland befinden sich sämtliche konjunktursensiblen Salden im Positivbereich, aber eben auf niedrigerem Niveau wie zuletzt. Die größten Saldenunterschiede im Vergleich gibt es beim erwarteten Gesamtumsatz (Steiermark: +26,2 Prozentpunkte; Österreich: +22,0 Prozentpunkte), beim Preisniveau (Steiermark: +31,4 Prozentpunkte; Österreich: +40,9 Prozentpunkte), bei den erwarteten Investitionen (Steiermark: +13,4 Prozentpunkte; Österreich: +8,1 Prozentpunkte) sowie bei der Entwicklung der Beschäftigtenzahl (Steiermark: +17,5 Prozentpunkte; Österreich: +9,3 Prozentpunkte).

Wirtschaftsklima in den Regionen

Die soliden Konjunkturdaten ziehen sich quer durch alle Regionen: Sowohl das bisherige als auch das erwartete allgemeine Wirtschaftsklima wird größtenteils positiv eingeschätzt. Die vergangenen zwölf Monate werden vor allem von den Unternehmen in der Oststeiermark (Saldo: +50,9 Prozentpunkte), im Großraum Graz (+49,3) und in der Süd-/Weststeiermark (+39,4) besonders positiv beurteilt. In Bezug auf die kommenden Monate zeigen sich ebenfalls insbesondere die Betriebe in der Oststeiermark (Erwartungssaldo: +23,5 Prozentpunkte) sowie auch in Liezen (+12,7) und im Großraum Graz (+8,5) optimistisch.

Geschäftslage nach Betriebsgröße

KLEINUNTERNEHMEN. Die steirischen Kleinunternehmen weisen auch zu Jahresende ein positives Konjunkturbild auf. Konkret verbuchen 55,0% der befragten Betriebe einen Anstieg und lediglich 11,8% einen Rückgang ihres Gesamtumsatzes in den letzten 12 Monaten. Der daraus resultierende Umsatzsaldo von +43,2 Prozentpunkten befindet sich – trotz eines leichten Rückgangs – nach wie vor auf hohem Niveau. Auch die Erwartungen bleiben mit +35,4 Prozentpunkten überwiegend optimistisch. Im Detail gehen 41,9% der Kleinunternehmen von einem Umsatzplus aus und nur 6,5% von einem Minus, damit überwiegen klar die Optimisten.

MITTELUNTERNEHMEN. Hier weisen die Trendpfeile überwiegend nach unten. Das Ausgangsniveau war jedoch ein sehr hohes, womit auch die aktuellen Ergebnisse als gut einzustufen sind. Der Saldo des bisherigen Gesamtumsatzes liegt mit +52,6 Prozentpunkten noch immer jenseits der 50-Prozent-Marke. Konkret melden 65,9% der Befragten einen Anstieg ihres Gesamtumsatzes in den vergangenen 12 Monaten rück, während nur 13,3% mit Umsatzeinbußen zu kämpfen hatten. Der Ausblick bleibt ebenfalls positiv: 40,6% rechnen auch künftig mit (weiteren) Umsatzzuwächsen, wohingegen nur 7,2 % der befragten Mittelbetriebe von einem Umsatzrückgang ausgehen (Erwartungssaldo: 33,4 Prozentpunkte).

GROSSUNTERNEHMEN. Die zunehmenden Risiken im internationalen Umfeld wirken sich besonders auf die Geschäftstätigkeit (Gesamtumsatz, Auftragslage und Investitionen) der exportorientierten steirischen Großunternehmen aus. Die Saldorückgänge fallen in dieser Größenklasse deutlich stärker aus als bei den Klein- und Mittelunternehmen. Nichtsdesto-
trotz bleiben die Saldenwerte mit wenigen Ausnahmen auf akzeptablem Niveau. In punkto Gesamtumsatz verzeichneten 57,3% in den vergangenen 12 Monaten Zuwächse, wohingegen nur 11,6 % Einbußen hinnehmen mussten (Saldo bisher: +45,7 Prozentpunkte). Fürs kommende Jahr sinkt der Erwartungssaldo allerdings auf +8,8 Prozentpunkte.

„Nächste Steuerreform muss Unternehmer entlasten“

Damit aus dieser Verlangsamung mittel- und langfristig keine konjunkturelle Vollbremsung wird, brauche es Entlastung und Reformen, stellt WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk klar: „Die Regierung hat für 2020 eine Steuerreform angekündigt. Diese muss zu einer deutlichen Senkung der Unternehmensbesteuerung führen, etwa was Abschreibungen oder Steuer-Pauschalierungen von Kleinbetrieben, aber auch die Einkommens- und Körperschaftssteuer betrifft. Hier erwarten wir uns eine Reduktion.“ Große Sorgen bereitet Herk zudem der Fachkräftemangel, der sich mittlerweile quer durch alle Branchen und Regionen zieht. „Auch wenn die Konjunktur jetzt etwas an Fahrt verliert, der Mangel an Fachkräften wird allein schon wegen der demographischen Entwicklung in unserem Land akut bleiben. Aus diesem Grund plädieren wir zum einen für mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt, speziell was die innerösterreichische Vermittlung betrifft, und zum anderen für eine Regionalisierung der Mangelberufsliste und eine Öffnung unseres Arbeitsmarkts für Kroatien“, so Herk. Die wichtigsten Anliegen der steirischen Unternehmerschaft im Überblick:

Selbständigkeit fördern

  •  Steuerreform 2020 – spürbare Entlastung für Unternehmen
  • Rücknahme des Gold Plating bei der Umsetzung von EU-Recht in nationales Recht (IG-L, ALSAG etc.), mehr Rechtssicherheit für Unternehmen (z.B. Dieselthematik)
  • Bürokratieabbau: Informationspflichten reduzieren, weitere Forcierung des Prinzips „beraten statt bestrafen“
  • Reform des Ökostromsystems (Ökostrompauschale, Fördersystem) etc.

Fachkräfteoffensive für die heimischen Unternehmen

  •  Forcierung der betrieblichen Lehrlingsausbildung sowie der Aus- und Weiterbildung in den Unternehmen, Ausbau des AQUA-Programms
  • Mobilisierung des vorhandenen Potentials durch verstärkte überregionale Vermittlung durch das AMS
  • Mangelberufsliste regional umsetzen, Erhöhung der Kontingentplätze
  • Fokus auf Maßnahmen im Inland, wobei diese allein aufgrund der demographischen Entwicklung nicht ausreichen. Darum: Öffnung des Arbeitsmarkts für Kroaten, Weiterentwicklung der Rot-Weiß-Rot-Karte, qualifizierte Zuwanderung
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter ausbauen


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