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Fachkräftemangel – Eine Krise als Chance

Fachkräftemangel – Eine Krise als ChanceDienstag, 11. Dezember 2018

Der Fachkräftemangel ist in Österreich derzeit in aller Munde. Quer durch die Branchen herrscht Bedarf. Zuletzt war gar davon die Rede, dass der Mangel das Wirtschaftswachstum bremst. Erst vergangene Woche hat sogar Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer Maßnahmen zur Eindämmung des Problems gefordert. Er nannte dabei gezielte Aus- und Weiterbildung, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie überregionale Vermittlung, vor allem aber fügte er hinzu: „Ohne qualifizierte Zuwanderung wird es nicht gehen."

Ganz ähnliche Töne waren jüngst auch im Murtal zu hören, das von der aktuellen Misere ebenso stark betroffen ist wie die meisten Regionen der Alpenrepublik. Große Firmen wie Berger Maschinenbau, Zellstoff Pöls, IBS Teufenbach sind auf der Suche nach Fachkräften. In der Steiermark fehlen derzeit insgesamt 25.000 Fachkräfte – Tendenz stark steigend! Viele offene Stellen in Gewerbe, Handwerk, Handel und Tourismus können bis zu sechs Monate nicht besetzt werden. In diesen Fällen können Aufträge nicht angenommen werden und dies führt zwangsläufig zu Umsatzeinbußen.

Die Politik ist also gefordert, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die offenen Arbeitsstellen nachbesetzt werden können. Dabei gilt: Eine Verhinderung von Zuzug ist angesichts unserer globalisierten Arbeitswelt und hohen Internationalisierung unserer Wirtschaft kontraproduktiv. „Um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken müssen alle gemeinsam daran arbeiten und alte Ansichten und Ideologien über Bord geworfen werden“, sagte jüngst Ing. Josef Herk, der Präsident der WKO Steiermark.

„Durch die demographische Entwicklung gehen in den kommenden Jahren doppelt so viele Menschen in Pension, wie ins Erwerbsleben nachrücken. Man muss kein großer Mathematiker sein, um die Folgen abschätzen zu können“, erklärt der Knittelfelder Herk die zu erwartende weitere Entwicklung. „Ohne qualifizierten Zuzug wird es auf Dauer nicht mehr gehen. Parteipolitische Polemik hat hier keinen Platz, wir dürfen kein Potenzial auslassen“, fügt der steirische WKO-Präsident hinzu, und zwar in durchaus ähnlicher Argumentationsweise zum Bundeschef seiner Organisation.

Somit lässt sich unter dem Strich festhalten: Der aktuelle Fachkräftemangel ist nicht nur eine Krise, sondern bildet auch eine Chance. Und zwar eine Chance für mehrere Seiten: Für Migranten und – erfolgreiche – Asylwerber einerseits, aber auch für die heimische Wirtschaft und Gesellschaft andererseits. Nicht zuletzt sind mit der Flüchtlingswelle der letzten Jahre auch arbeitswillige und -fähige Menschen ins Land gekommen, deren Potenzial heimische Betriebe unbedingt nutzen sollten! Und für die Gesellschaft könnte eine Beschäftigung derselben einen Lerneffekt bereithalten, nämlich jenen, dass es sich nicht nur um eine - von politischer Seite vielfach strapazierte - „Einwanderung in unser Sozialsystem“ handelt, sondern letztlich eine Verbesserung der Personalsituation in verzweifelt nach Fachkräften suchenden Firmen möglich ist.


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