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Lukas Faustmann ist „Meister des Jahres“

Lukas Faustmann ist „Meister des Jahres“Montag, 28. Januar 2019

Der Meisterbrief hat auch im Jahr 2018 nichts von seiner Strahlkraft eingebüßt: 525 Meister- und Befähigungsprüfungen wurden im vergangenen Jahr abgelegt. Damit bleibt die Meisterurkunde ungebrochen attraktiv: „Höchste Qualifikation, Know-how und unternehmerisches Wissen werden mit dem Meisterbrief sichtbar“, freuen sich WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk und Hermann Talowski, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk. Seit Herbst 2018 wird auch die Einstufung des Meisters auf Level 6 des Nationalen Qualifikationsrahmens (NQR) auf den neu ausgestellten Urkunden sichtbar. Damit steht das Ablegen der Meisterprüfung auf derselben Stufe wie der Abschluss eines Bachelorstudiums, nun setzt sich die WKO auch für eine entsprechende finanzielle Gleichstellung bei den Ausbildungskosten ein. Zum „Meister des Jahres“ gekürt wurde der 28-jährige Vorauer Lukas Faustmann.

„Der Meister“ ist nach wie vor das Maß aller Dinge bei der fachlichen Qualifikation: 269 neue Meisterinnen und Meister (217 Männer, 52 Frauen) haben am 24. Jänner im Grazer Stefaniensaal ihre Meisterbriefe entgegennehmen dürfen. Dazu kommen noch 256 Absolventinnen und Absolventen von Befähigungsprüfungen (168 Männer, 88 Frauen). Zusammengerechnet haben damit 525 Personen eine Meister- oder Befähigungsprüfung abgelegt. „Diese konstant hohen Zahlen zeigen, dass freiwillige Höhequalifizierung ungebrochen attraktiv ist“, betont WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk. „Unsere Meister sind Top-Experten, ihr Know-how fließt direkt in die Unternehmen. Das garantiert Qualität und sichert darüber hinaus die Ausbildung der Jugend, was angesichts des Fachkräftemangels ganz besonders wichtig ist.“ Besonders erfreulich: Die Unternehmerprüfungen haben stark zugelegt, von 315 im Jahr 2017 auf 371 im Jahr 2018. Herk: „Eine Top-Qualifikation auf fachlicher Ebene, verbunden mit kaufmännisch-wirtschaftlichem Wissen – das ist eine Erfolgskombination!“

Handwerk von Meisterhand

Die traditionelle „Meistersparte“ ist die Sparte Gewerbe und Handwerk, wo der Großteil aller Meister- und Befähigungsprüfungen abgelegt wird. Insgesamt 366 Personen haben im Gewerbe und Handwerk eine Meister- oder Befähigungsprüfung abgelegt, wobei die Zahl der Meisterprüfungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen ist (von 210 im Jahr 2017 auf 269 im Jahr 2018). Spitzenreiter bei den Berufen ist und bleibt die Kraftfahrzeugtechnik mit 55 neuen Meisterinnen und Meistern (2017: 39), gefolgt von Metalltechnik (28; 2017:22),    Tischler (25; 2017:16) sowie Konditoren (24; 2017: 14). Bei den Befähigungsprüfungen steht Elektrotechnik an der Spitze (25; 2017: 18), danach folgen Baumeister und Fußpflege (je 17;

2017: 20 bzw. 21) sowie Tätowierer (12; 2017: 13). „Eine Meister- oder Befähigungsprüfung bestätigt die hohe Qualität der Leistungen, die ein Betrieb erbringt. Das ist wichtig für die Unternehmen und natürlich auch für die Konsumentinnen und Konsumenten“, so Hermann Talowski. Der hohe Stellenwert der Meisterqualifikation wird nun auch im Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) abgebildet: „Der Meister steht auf derselben Stufe wie ein Bachelorabschluss, anders gesagt: Lehre und Meister sind gleich viel wert wie Matura und Bachelor.“ Am 21. September 2018 wurde die Meisterprüfung der Stufe 6 im Rahmen des achtstufigen Nationalen Qualifikationsrahmens (NQR) zugeordnet und befindet sich damit auf derselben Stufe wie der Bachelor. Diese Einteilung dient vor allem dazu, Abschlüsse international vergleichbar zu machen, was für die Wirtschaft enorm wichtig, da bei Ausschreibungen der Nachweis gewisser Qualifikationsniveaus gefordert wird. „Das ist eine wichtige Aufwertung der Lehre und der Meisterprüfung und wird dazu beitragen, dass das Image der Lehre in Zukunft weiter steigen wird. Es ist auch ein längst notwendiger Schritt, um die betriebliche Berufsausbildung zu stärken und für junge Menschen attraktiv zu machen“, so Josef Herk und Hermann Talowski. Diese Zuordnung ist künftig auf allen neu ausgestellten Meisterurkunden ersichtlich.

Wirtschaft fordert finanzielle Gleichstellung im Bildungsbereich

Darüber hinaus fordern Herk und Talowski nun eine finanzielle Angleichung bei den Ausbildungskosten. 6.810 Euro müssen im Schnitt an Kurs- und Prüfungskosten bezahlt werden, bevor man in der Steiermark einen Meisterbrief in Händen hält. Finanziell viel günstiger – zumindest für die Betreffenden selbst – fällt hier der laut Nationalem Qualifikationsrahmen (NQR) „gleichwertige“ Bachelor aus. Hier belaufen sich die Kosten für einen Studierenden an einer steirischen Uni auf durchschnittlich 540 Euro bis zum Abschluss, den (großen) Rest von 102.310 Euro zahlt der Steuerzahler. „Als Vertreter der Wirtschaft sehen wir hier eine wesentliche Ungleichbehandlung, die wir so nicht länger hinnehmen wollen, zumal Juristen hier auch verfassungsrechtliche Bedenken orten“, so Herk und Talowski: „Als Wirtschaft reichen wir die Hand für einen Reformprozess, der in dieser Frage schon allein aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels ohne Zweifel notwendig ist. Darum wollen wir diese Initiative auch in keinster Weise als Angriff auf unsere Universitäten verstanden wissen, diese sind für unseren Standort von enormer Bedeutung. Gleiches gilt allerdings auch für unsere Meisterinnen und Meister, darum setzen wir uns für eine finanzielle Gleichstellung dieser gleichwertigen Bildungsabschlüsse ein.“   

Der „typische“ Meister

Die Meisterqualifikation ist mit ganz besonderen Erwartungen und Motiven verknüpft. An erster Stelle liegt laut einer Studie des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) die fachliche Weiter- und Höherqualifizierung, die für 76 % das zentrale Motiv darstellt. 47 % wollen mit der Meisterprüfung die Basis schaffen, um sich später selbstständig zu machen, 46 % wollen sich generell eine bessere Position am Jobmarkt schaffen. Die Auswirkungen der Meisterprüfung auf die berufliche Position sind deutlich zu spüren: Bei 60 % verändert sich die berufliche Stellung, rund drei Viertel übernehmen nach der Prüfung eine Führungsfunktion. Der „typische“ Meister ist zumeist männlich, hat in der Regel einen Lehrabschluss in seinem Beruf und verfügt über rund zehn Jahre Praxis.

Mit Publikumsvoting zum „Meister des Jahres“

Am Abend der Meisterbriefverleihung wurde im Grazer Stefaniensaal auch wieder der Titel „Meister/in des Jahres“ vergeben. Die Wahl erfolgte wie bereits im letzten Jahr durch alle im Saal anwesenden Gäste, die sich via Online-Abstimmung für einen von 3 Kandidatinnen und Kandidaten entscheiden konnten. Die Vorauswahl erfolgte durch eine Jury, bestehend aus Experten der Meisterprüfungsstelle sowie der Sparte Gewerbe und Handwerk. Die Wahl des Publikums fiel auf Lukas Faustmann. Der 28-jährige Vorauer holte sich gestern Abend seinen bereits zweiten Meisterbrief ab. Nach einer Mechatronikerausbildung für Elektromaschinenbau und Automatisierungstechnik schloss er nun nämlich auch die Tischlerausbildung als Meister ab – und wurde von den 1.300 Gästen mit klarer Mehrheit zum „Meister des Jahres“ gewählt. „Ein echter Wahnsinn“, freute sich Faustmann. Wie’s zum doppelten Meister kam? „Ich betreibe gemeinsam mit meinem Bruder Daniel auch eine Landwirtschaft, wo wir Wagyurinder und iberische Schweine züchten, da kam auch die Begeisterung fürs Arbeiten mit Holz auf“, so das Multitalent.  


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