Caritas Hilfe vor der Haustür wichtiger denn je
- murtalinfo

- vor 4 Tagen
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Die 75. Caritas-Haussammlung wurde in Fohnsdorf eröffnet. Hunderte Ehrenamtliche gehen in der Steiermark von Tür zu Tür und bitten um Unterstützung für Menschen in Not. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten gewinnt diese Form der direkten Hilfe zunehmend an Bedeutung.

Murtal, Fohnsdorf. Mit einem eindrucksvollen Auftakt wurde am Freitag in Fohnsdorf die 75. Caritas-Haussammlung für die Steiermark gestartet. Zahlreiche Ehrenamtliche aus den Pfarren engagieren sich auch heuer wieder, um Menschen in schwierigen Lebenssituationen Unterstützung zu ermöglichen. Unter dem Motto „Weil das Leben teuer ist wie nie. Wir helfen“ rückt die Caritas die zunehmenden Belastungen vieler Haushalte in den Mittelpunkt.
Begegnung auf Augenhöhe
Caritasdirektorin Nora Tödtling-Musenbichler würdigte beim Auftakt das Engagement der freiwilligen Sammlerinnen und Sammler: „Sie bringen mitfühlende Aufmerksamkeit und schaffen echte Begegnung auf Augenhöhe. Das macht die Haussammlung so besonders.“
Die Sammlung sei heute notwendiger denn je, betonte sie und verwies auf die steigenden Lebenshaltungskosten, die für viele Menschen zur großen Herausforderung geworden sind.
Auch Generalvikar Erich Linhardt dankte den Ehrenamtlichen für ihren Einsatz: „Es geht darum, die Liebe Gottes auch für die erfahrbar zu machen, denen es nicht so gut geht.“

Wenn Wohlstand nicht alle erreicht
In ihrer Ansprache erinnerte Tödtling-Musenbichler auch an die Anfänge der traditionsreichen Sammlung in den 1950er Jahren. Damals war die Not vielerorts sichtbar. Heute herrsche zwar grundsätzlich Wohlstand und Sicherheit, doch dieser gelte nicht für alle Menschen.
„Dieses Wir hat Lücken“, erklärte die Caritasdirektorin. Besonders betroffen seien Menschen mit geringem Einkommen, Arbeitslose, Kranke oder jene, die von schweren Schicksalsschlägen getroffen wurden. Laut aktuellen Zahlen ist in der Steiermark bereits jeder achte Mensch armutsgefährdet.
Belastungen nehmen spürbar zu
Die Caritas erlebe diese Entwicklung täglich in ihren Beratungsstellen und Nothilfeeinrichtungen. Veränderungen beim Sozialunterstützungsgesetz sowie weitere Kürzungen würden besonders jene Menschen treffen, die ohnehin unter schwierigen Bedingungen leben.
„Die Summe und die Wucht dieser Belastungen ist neu: Für armutsbetroffene Menschen wird das Leben so teuer wie nie“, so Tödtling-Musenbichler.
Ehrenamtliche schaffen Vertrauen
Wie wichtig der persönliche Kontakt ist, berichtete auch die ehrenamtliche Sammlerin Ingrid Kopp. Für sie steht nicht allein die Spende im Mittelpunkt: „Bei der Sammlung geht es um mehr als Geldspenden. Wir führen Gespräche und erklären, wie die Caritas hilft. Die Menschen gewinnen dann Vertrauen und Verständnis.“
Viele Menschen würden trotz eigener Sorgen einen Beitrag leisten. „Aber keine Spende ist klein. Jeder Betrag hilft den Bedürftigen.“
Hilfe kommt direkt in der Region an
Die Haussammlung läuft steiermarkweit bis Ende Mai. Der Erlös kommt Menschen in Not in der Region zugute und fließt in Einrichtungen wie Notschlafstellen, das Marienstüberl, Lebensmittelausgaben oder Lerncafés.
Zehn Prozent der gesammelten Spenden bleiben jeweils in der Pfarre und ermöglichen konkrete Hilfe vor Ort. Damit wird die Haussammlung zu einer wichtigen Drehscheibe der Unterstützung direkt in den Gemeinden. In den vergangenen Jahren konnten durch die Aktion jeweils rund 600 000 bis 700 000 Euro gesammelt werden.
Foto Crédit: Caritas




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