top of page

Equal Pay Day 2026 macht Einkommensungerechtigkeit sichtbar

Vom ersten Lohn bis zur Pension zeigt sich in Österreich eine durchgehende Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern – der Equal Pay Day fällt 2026 auf den 11. Februar.

Symbolbild zum Equal Pay Day 2026 zeigt Frau und Mann auf unterschiedlich hohen Münzstapeln und verdeutlicht den Gender Pay Gap in Österreich.
Der Equal Pay Day 2026 macht sichtbar: Frauen verdienen in Österreich weiterhin deutlich weniger als Männer – vom ersten Einkommen bis zur Pension.

Am 11. Februar 2026 markiert der Equal Pay Day in Österreich jenen Tag, bis zu dem Frauen rechnerisch arbeiten müssen, um auf das durchschnittliche Einkommen von Männern im Vorjahr zu kommen. Grundlage der Berechnung sind die Median-Bruttojahreseinkommen 2024 der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten gemäß Statistik Austria. Der aktuelle Gender Pay Gap beträgt 11,6 Prozent – das entspricht 42 Kalendertagen unbezahlter Arbeit im Jahr.


Einkommensungerechtigkeit beginnt früh und reicht bis ins Alter

Unter dem Leitsatz „Vom ersten Lohn bis zur Pension“ wird deutlich, dass Einkommensungerechtigkeit nicht erst im Berufsleben entsteht, sondern bereits in der Ausbildung beginnt. Weibliche Lehrlinge verdienen im Schnitt um 7,8 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Im aktiven Erwerbsleben steigt die Einkommenslücke auf 11,6 Prozent und verschärft sich im Alter deutlich: Pensionistinnen erhalten durchschnittlich rund 36 Prozent weniger Alterseinkommen als Männer. Damit zieht sich der Gender Pay Gap durch das gesamte Erwerbsleben.


Deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern

Auch regional zeigen sich große Differenzen. In Wien beträgt die Einkommenslücke 4,2 Prozent – der Equal Pay Day fiel dort bereits auf den 15. Jänner 2026. In Vorarlberg liegt der Unterschied hingegen bei 20,1 Prozent, was den Equal Pay Day erst auf den 14. März 2026 verschiebt. Diese Zahlen verdeutlichen, dass strukturelle Rahmenbedingungen und regionale Arbeitsmärkte erheblichen Einfluss auf Einkommensgerechtigkeit haben.


Beschäftigungsform als entscheidender Faktor

Besonders gravierend sind die Unterschiede nach Beschäftigungsgruppen. Bei Arbeiterinnen beträgt die Einkommenslücke 25,1 Prozent, bei Angestellten 27,9 Prozent. Vertragsbedienstete weisen einen Unterschied von 6,1 Prozent auf, während Beamtinnen mit plus 4,8 Prozent sogar leicht über dem Einkommen ihrer männlichen Kollegen liegen. Insgesamt zeigen diese Werte klar, dass Einkommensungerechtigkeit strukturell verankert ist.


Forderung nach Lohntransparenz und rechtlicher Umsetzung

Der Equal Pay Day 2026 dokumentiert diese strukturelle Einkommensungerechtigkeit und unterstreicht die Dringlichkeit politischer Maßnahmen. BPW Austria fordert die rasche Umsetzung der EU-Richtlinie zur Lohntransparenz in nationales Recht, verbindliche Einkommensdaten sowie die konsequente gesetzliche Durchsetzung von gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit. Einkommensgerechtigkeit darf weder vom Wohnort noch vom Lebensalter abhängen, sondern muss vom ersten Erwerbstag an gelten.


Foto Crédit: K.K.


Kommentare


bottom of page