top of page

Festliche Momente: Maxlaunmarkt lüftet sein Geheimnis

vor 2 Tagen
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Minute

Beim 490. Maxlaunmarkt in Niederwölz wurde Werner Hansmann als Maxlauner enthüllt. Das traditionelle Freyungsaustragen machte den Sonntag zum besonderen Festtag.

Panoramablick auf Niederwölz mit Kirche, Riesenrad, Festzelten und Marktgelände vor herbstlichen Bergen.
Zwischen Riesenrad, Marktständen und herbstlicher Bergkulisse feierte Niederwölz seinen 490. Maxlaunmarkt.

Murau/ Niederwölz. Ein Dorf wartet auf seinen Maxlauner: Beim 490. Maxlaunmarkt in Niederwölz gehörte dieser Moment zu den Höhepunkten des Jubiläums. Am Sonntag, dem 11. Oktober 2026, wurde das gut gehütete Geheimnis gelüftet: Werner Hansmann übernahm heuer die traditionsreiche Rolle. Gemeinsam mit Freyungsträger Daniel Reinmüller stand er im Mittelpunkt eines Brauchs, der seit Jahrhunderten zur Identität der Gemeinde im Bezirk Murau gehört.

Maxlauner mit hohem Filzhut, bunt bemaltem Gesicht und braunem Kostüm mit türkisfarbenem Kragen, umringt von Festgästen.
Werner Hansmann sorgte als heuriger Maxlauner mit seinem traditionellen Kostüm und bunt bemalten Gesicht für einen besonderen Höhepunkt des Jubiläumsmarktes.

Ein Festtag zwischen Vorfreude und Tradition

Den feierlichen Auftakt bildete eine Messe mit Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl. Neben der Bevölkerung nahmen zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter des Bundesheeres und der Polizei am Festtag teil.

Geistliche in festlichen Gewändern beim Festzug zwischen den Marktständen des Maxlaunmarktes 2026 in Niederwölz.
Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl begleitete gemeinsam mit Geistlichen, Ehrengästen und der Bevölkerung den feierlichen Festzug beim 490. Maxlaunmarkt in Niederwölz.

Schon am Vormittag versammelten sich die Sängerrunde Niederwölz, die Feuerwehr und die Blasmusik vor dem Stinglbauer-Haus. Mit dem Eintreffen der Statue des heiligen Maximilian, des Kirchenpatrons und Namensgebers des Marktes, und den Segensworten des Bischofs rückte das traditionelle Freyungsaustragen näher.


Werner Hansmann trat als heuriger Maxlauner in Erscheinung. Als sogenannter Wegauskehrer machte er den Weg für die Freyung frei, die Daniel Reinmüller beim feierlichen Festzug durch den Ort trug. Musik, Gesang und das Mitwirken der örtlichen Gemeinschaft machten den Brauch zu einem besonderen Moment des Jubiläums.


Die Freyung: Ein Schwert als Zeichen des Friedens

Die Freyung ist ein schwarz bemalter, aus Holz geschnitzter Arm mit einem Schwert. Historisch stand sie für den besonderen Schutz während der Marktzeit: Sie verkündete Marktfrieden, freien Handel und ein Waffenverbot.

Ein Mann reicht die mit Blumen geschmückte Freyung mit Schwertarm vom Holzbalkon des Stinglbauer-Hauses in Niederwölz.
Die festlich geschmückte Freyung wurde vom Balkon des Stinglbauer-Hauses herabgereicht und machte jahrhundertealte Marktgeschichte lebendig.

Der Schwertarm misst 54 Zentimeter, das Schwert 95 Zentimeter. Befestigt ist das markante Wahrzeichen auf einer 3,70 Meter langen Stange. Das Original aus dem Jahr 1656 wird beim Stinglbauer aufbewahrt; beim Austragen kommt eine Kopie zum Einsatz.


Seit 2013 ist das „Freiungsaustragen beim Maxlaun in Niederwölz“ im nationalen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Österreichischen UNESCO-Kommission eingetragen. Gewürdigt wird damit eine lebendige Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.


Vom alten Marktrecht zum 490. Maxlaunmarkt

Die Geschichte des Marktes reicht bis ins Jahr 1450 zurück. Friedrich III. verlieh Niederwölz damals das Recht, am Tag des heiligen Maximilian einen Jahrmarkt abzuhalten. Nach einem zwischenzeitlichen Verbot bestätigte Ferdinand I. das Marktrecht 1536 erneut.


Beim 490. Maxlaunmarkt wurde sichtbar, wie eng dieses historische Erbe mit dem heutigen Gemeindeleben verbunden ist. Das Freyungsaustragen, die feierliche Messe und die Enthüllung des Maxlauners gaben dem Jubiläum seinen besonderen Charakter. Für Niederwölz blieb die „fünfte Jahreszeit“ damit auch 2026 ein Fest der Begegnung und des gemeinsam gepflegten Brauchtums.


Foto: Werner Lückl

Kommentare


bottom of page