Festliche Momente: Maxlaunmarkt lüftet sein Geheimnis
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Beim 490. Maxlaunmarkt in Niederwölz wurde Werner Hansmann als Maxlauner enthüllt. Das traditionelle Freyungsaustragen machte den Sonntag zum besonderen Festtag.

Murau/ Niederwölz. Ein Dorf wartet auf seinen Maxlauner: Beim 490. Maxlaunmarkt in Niederwölz gehörte dieser Moment zu den Höhepunkten des Jubiläums. Am Sonntag, dem 11. Oktober 2026, wurde das gut gehütete Geheimnis gelüftet: Werner Hansmann übernahm heuer die traditionsreiche Rolle. Gemeinsam mit Freyungsträger Daniel Reinmüller stand er im Mittelpunkt eines Brauchs, der seit Jahrhunderten zur Identität der Gemeinde im Bezirk Murau gehört.

Ein Festtag zwischen Vorfreude und Tradition
Den feierlichen Auftakt bildete eine Messe mit Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl. Neben der Bevölkerung nahmen zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter des Bundesheeres und der Polizei am Festtag teil.

Schon am Vormittag versammelten sich die Sängerrunde Niederwölz, die Feuerwehr und die Blasmusik vor dem Stinglbauer-Haus. Mit dem Eintreffen der Statue des heiligen Maximilian, des Kirchenpatrons und Namensgebers des Marktes, und den Segensworten des Bischofs rückte das traditionelle Freyungsaustragen näher.
Werner Hansmann trat als heuriger Maxlauner in Erscheinung. Als sogenannter Wegauskehrer machte er den Weg für die Freyung frei, die Daniel Reinmüller beim feierlichen Festzug durch den Ort trug. Musik, Gesang und das Mitwirken der örtlichen Gemeinschaft machten den Brauch zu einem besonderen Moment des Jubiläums.
Die Freyung: Ein Schwert als Zeichen des Friedens
Die Freyung ist ein schwarz bemalter, aus Holz geschnitzter Arm mit einem Schwert. Historisch stand sie für den besonderen Schutz während der Marktzeit: Sie verkündete Marktfrieden, freien Handel und ein Waffenverbot.

Der Schwertarm misst 54 Zentimeter, das Schwert 95 Zentimeter. Befestigt ist das markante Wahrzeichen auf einer 3,70 Meter langen Stange. Das Original aus dem Jahr 1656 wird beim Stinglbauer aufbewahrt; beim Austragen kommt eine Kopie zum Einsatz.
Seit 2013 ist das „Freiungsaustragen beim Maxlaun in Niederwölz“ im nationalen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Österreichischen UNESCO-Kommission eingetragen. Gewürdigt wird damit eine lebendige Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Vom alten Marktrecht zum 490. Maxlaunmarkt
Die Geschichte des Marktes reicht bis ins Jahr 1450 zurück. Friedrich III. verlieh Niederwölz damals das Recht, am Tag des heiligen Maximilian einen Jahrmarkt abzuhalten. Nach einem zwischenzeitlichen Verbot bestätigte Ferdinand I. das Marktrecht 1536 erneut.
Beim 490. Maxlaunmarkt wurde sichtbar, wie eng dieses historische Erbe mit dem heutigen Gemeindeleben verbunden ist. Das Freyungsaustragen, die feierliche Messe und die Enthüllung des Maxlauners gaben dem Jubiläum seinen besonderen Charakter. Für Niederwölz blieb die „fünfte Jahreszeit“ damit auch 2026 ein Fest der Begegnung und des gemeinsam gepflegten Brauchtums.
Foto: Werner Lückl



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