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Gesund leben: Gesundheitszentrum Neumarkt vor dem Aus?

Das erst 2025 eröffnete Primärversorgungsnetzwerk Neumarkt-Scheifling steht am Standort Neumarkt vor einer ungewissen Zukunft. Laut Kleiner Zeitung wurde die Nutzung eines Großteils der Räumlichkeiten untersagt.

Feierliche Eröffnung des Gesundheitszentrums Neumarkt-Scheifling im Mai 2025
Noch im Mai 2025 eröffnete der Neumarkter Bürgermeister Josef Maier (4. v. l.) gemeinsam mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesundheitswesen feierlich das Primärversorgungsnetzwerk Neumarkt-Scheifling. Nun ist der Standort Neumarkt von der Schließung bedroht.

Wie die Kleine Zeitung berichtet, ist der Standort Neumarkt des Primärversorgungsnetzwerks Neumarkt-Scheifling von einer möglichen Schließung bedroht. Erst im vergangenen Jahr war das Gesundheitszentrum im Beisein hochrangiger Vertreterinnen und Vertreter der Landespolitik sowie der Bürgermeister von Neumarkt und Scheifling feierlich eröffnet worden.


murtalinfo berichtete im Mai 2025 über die feierliche Eröffnung des Primärversorgungsnetzwerks Neumarkt-Scheifling. Damals galt das Gesundheitszentrum als wichtiger Schritt, um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum langfristig zu sichern. Hier geht es zum damaligen Bericht über die Eröffnung.


Untersagte Nutzung gefährdet Gesundheitszentrum Neumarkt

Hintergrund ist laut dem Bericht der Kleinen Zeitung die baurechtliche Bewilligung der Räumlichkeiten. Ein Großteil der Flächen sei im Jahr 1964 als Wohnraum genehmigt worden und dürfe daher nicht als Ordination genutzt werden. Lediglich rund 50 Quadratmeter, die bereits damals als Ordinationsräume bewilligt wurden, könnten weiterhin medizinisch genutzt werden.


Der Neumarkter Bürgermeister Josef Maier habe in seiner Funktion als Baubehörde die Nutzung der übrigen Räume untersagt. Die Nutzung müsse dem Bericht zufolge innerhalb von vier Wochen nach Zustellung des Bescheides eingestellt werden. Betreiber Wolfgang Auer zeigte sich von dieser Entwicklung überrascht.


Breites medizinisches Angebot für mehr als 700 Patientinnen und Patienten

Mittlerweile ist im Gesundheitszentrum Neumarkt-Scheifling ein breit aufgestelltes Team tätig. Neben den Allgemeinmedizinern Dr. Wolfgang Auer und Dr. Mihnea Lungu gehören Wahlarzt Dr. Björn Hilmar und Dr. Patrik Tripolt zum Ärzteteam. Neu dabei ist auch Primaria außer Dienst Dr. Walpurga Lick-Schiffer, die ehemalige Leiterin der Abteilung für Orthopädie und orthopädische Chirurgie am LKH Murtal, Standort Stolzalpe. Sie bietet als Wahlärztin in Scheifling orthopädische Behandlungen an. Ergänzt wird das medizinische Angebot durch Physiotherapie, Massage, klinische Psychologie, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege sowie Ordinationsassistenz. Laut Dr. Auer werden im Gesundheitszentrum jede Woche mehr als 700 Patientinnen und Patienten betreut. Diese hohe Zahl unterstreicht die Bedeutung des Primärversorgungsnetzwerks für die Region.


Gabriele Kolar fordert rasche Lösung

Auch Bundesrätin Gabriele Kolar warnt vor den Folgen einer möglichen Schließung: „Dr. Auer ist ein Pionier im Bereich der Primärversorgungseinheiten, der viel für die Gesundheitsversorgung in der Region geleistet hat. Es darf nicht sein, dass dieses politische Hickhack am Rücken der Patientinnen und Patienten ausgetragen wird. Dass eineinhalb Jahre später ein Baubescheid aufgehoben wird, ist für mich unverständlich. Kornhäusl und Khom müssen hier gemeinsam mit dem Bürgermeister dafür sorgen, dass rasch eine tragfähige Lösung auf dem Tisch liegt“, so Kolar.


Politik sucht Lösung für medizinische Versorgung

Nach dem Bericht der Kleinen Zeitung drängen SPÖ und FPÖ auf eine rasche und dauerhafte Lösung. SPÖ-Klubobmann Hannes Schwarz kündigte eine Anfrage im steirischen Landtag an. FPÖ-Landtagsabgeordneter Alexander Putzenbacher forderte ebenfalls, gemeinsam mit allen Beteiligten eine tragfähige Lösung zu erarbeiten.


ÖVP Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl erklärte gegenüber der Kleinen Zeitung, die Situation sei höchst unerfreulich. Er kündigte einen Runden Tisch mit allen Beteiligten an und will sich für eine rechtskonforme Lösung einsetzen, die eine gesicherte kassenärztliche Versorgung ermöglicht.


ÖVP Bürgermeister Josef Maier wolle das Gesundheitszentrum persönlich schließen. Als Baubehörde sei er verpflichtet, die geltenden gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten. Der Wert der medizinischen Einrichtung für die Region werde nicht infrage gestellt.


Ob der Standort Neumarkt des Primärversorgungsnetzwerks weitergeführt werden kann, soll nun in den angekündigten Gesprächen geklärt werden. Für die Bevölkerung im Bezirk Murau steht dabei eine wichtige Säule der regionalen Gesundheitsversorgung auf dem Spiel.


Quelle: Berichte der Kleinen Zeitung vom 3. und 4. September 2026.„Ortschef eröffnet Gesundheitszentrum erst und dreht es dann ab“


Foto Crédit: privat

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