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Worte mit Wirkung: „Mein Vater Nirgendwo“ berührt in Fohnsdorf

vor 3 Tagen
2 Min. Lesezeit

Eine einfühlsame Lesung aus Gitta Rupps „Mein Vater Nirgendwo“ rückte in der Gemeindebücherei Fohnsdorf die Geschichte der Besatzungskinder und ihre Suche nach Zugehörigkeit in den Mittelpunkt.

Waltraud Schlaffer und Marianne Leersch sitzen mit einem geöffneten Buch und Textblättern bei der Lesung in der Gemeindebücherei Fohnsdorf.
Waltraud Schlaffer und Marianne Leersch brachten Gitta Rupps autobiografischen Roman „Mein Vater Nirgendwo“ in der Gemeindebücherei Fohnsdorf einfühlsam zu Gehör.

Lesung Gitta Rupp

 Am 24. September wurde in Abwesenheit der Autorin Gitta Rupp in der Gemeindebücherei Fohnsdorf aus dem Buch „Mein Vater Nirgendwo“ gelesen. Waltraud Schlaffer und Marianne Leersch haben die Worte der Autorin in ihrer Lesung einfühlsam umgesetzt.

 

Gitta Rupps autobiografischer Roman schildert das Leben eines Besatzungskindes und dessen Suche nach einem Vater, der nicht nur, wie so viele Väter jener Zeit, nicht greifbar war, sondern aus dem feindlichen Lager stammte. Dem entsprechend waren die Kinderjahre geprägt von Scham, sozialer und familiärer Ausgrenzung und einem Bedürfnis nach Zugehörigkeit, das sich auch in einer beständigen Auseinandersetzung mit dem Vaterbild zeigt.

 

Was hier als berührendes Einzelschicksal erzählt wird, betrifft in Österreich ca. 30.000 Menschen, darunter auch jene, die im Murtal als Besatzungskinder hervorgegangen sind. Von Mai bis Juli 1945 war Judenburg zwischen Russen und Engländern aufgeteilt. Die Engländer blieben bis Oktober 1955. Als die letzten Besatzungssoldaten abzogen, ließen sie tausende Kinder zurück.  


Manche wurden durch Vergewaltigungen gezeugt, andere entsprangen flüchtigen Romanzen und blieben als „Kollateralschäden“ zurück, einige wenige wurden als Wunschkinder tiefer Liebesbeziehungen gezeugt.

 

Gitta Rupp beeindruckt durch ihre klare, direkte und ungekünstelte Sprache, in der sie uns Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf ihren Lebensweg nimmt. Behutsam geht sie mit uns um und zeigt uns, ausgestattet mit einer Portion trockenem Humor, Auszüge ihrer ganz persönlichen Geschichte, die dennoch die Geschichte vieler ist. Die anschließenden Gespräche zeigten deutlich, wie aktuell das Thema immer noch (oder wieder) ist.

 

„Mein Vater Nirgendwo“ ist u. a. bei www.buchschmiede.at oder direkt bei Morawa in Judenburg  erhältlich. 

 

Fotocrédit: Gemeindebücherei Fohnsdorf,  Sandra Pfandl

Text: Birgit Krenn

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