Berggorillas und gelebte Gemeinschaft – Ein Abend über Ruanda in Judenburg
- murtalinfo

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Land der tausend Hügel und der Berggorillas
Mehr als 150 Besucherinnen und Besucher erlebten im Judenburger Pfarrsaal einen eindrucksvollen Vortrag von Vikar Barnabe Nziranziza über Ruandas Kultur, Geschichte und das starke soziale Miteinander.

Einblicke in Ruanda zwischen Hoffnung, Verantwortung und Gemeinschaft
Mehr als 150 interessierte Besucherinnen und Besucher folgten am Freitagabend der Einladung in den Judenburger Pfarrsaal, um den Vortrag von Vikar Barnabe Nziranziza über sein Heimatland Ruanda zu erleben. Von Beginn an war der Abend von einer offenen und herzlichen Atmosphäre geprägt, getragen von Neugier, Interesse und persönlicher Begegnung.
Organisiert wurde die Veranstaltung vom Katholischen Bildungswerk der Judenburger Pfarren. Dessen Leiterin Renate Perner zeigte sich erfreut über den großen Zuspruch und das lebhafte Interesse des Publikums.

Barnabe Nziranziza, der seit 2019 in Österreich wirkt und vor einem Jahr in der Stadtpfarrkirche Judenburg offiziell begrüßt wurde, eröffnete seinen Vortrag mit einer humorvollen Anekdote: Nach einer Messe habe eine ältere Frau zu Hause erzählt, sie habe einen jungen, fröhlichen Priester erlebt, auch wenn dieser in seiner Muttersprache gepredigt habe.

Geboren in Butare im Süden Ruandas, wuchs Nziranziza mit fünf Geschwistern auf. Unterstützt von Missio Österreich absolvierte er das Priesterseminar in seiner Heimat. In seinem Vortrag vermittelte er eindrucksvoll Wissen über Ruanda, das als „Land der tausend Hügel“ bekannt ist, ein dicht besiedelter Binnenstaat in Ostafrika mit beeindruckender Vulkanlandschaft und den weltberühmten Berggorillas, zugleich aber auch mit der schmerzhaften Geschichte des Genozids von 1994.
Ein besonderes Augenmerk galt dem sozialen Miteinander. Ruanda gilt als das sauberste Land Afrikas. Am sogenannten Umuganda-Tag, dem letzten Samstag im Monat, beteiligen sich alle Bürgerinnen und Bürger an gemeinschaftlichen Aufräum- und Reparaturarbeiten. Dieses verpflichtende Engagement stärkt den Zusammenhalt und prägt den Alltag im Land.
Auch die Situation der Kirche kam zur Sprache. Die Finanzierung der Diözesen erfolgt überwiegend durch Spenden der Gläubigen, da es kein fixes Gehalt für Priester gibt. Viele Geistliche sind mangels Fahrzeugen mit Motorrädern unterwegs. Vikar Nziranziza äußerte daher den Wunsch, für seine Heimatgemeinde einen gebrauchten Wagen anschaffen zu können. Die Pfarre rief zur Unterstützung auf.
Zum Abschluss bedankte sich Renate Perner bei Vikar Barnabe Nziranziza für den informativen und bewegenden Abend und überreichte ihm als Zeichen der Wertschätzung eine kleine Jausenbox.

Foto Crédit: Walter Schindler




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