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Musikerlebnis Internationale Musikwoche Großlobming/St. Marein-Feistritz

Klein aber fein! So wird die Internationale Musikwoche Großlobming auch bezeichnet. Seit über vier Jahrzehnten hat sie den liebenswerten, natürlichen Charakter in der heimischen Musikszene erhalten. Lore Schrettner, Initiatorin und Konzertmeisterin der Louis Spohr Sinfonietta, hat sie vor 42 Jahren gemeinsam mit Albert Kocsis mit Liebe und Enthusiasmus ins Leben gerufen.

Das Eröffnungskonzert am 28. Juli war etwas einzigartiges, „so ein so junger Musiker hat unsere Konzertreihe noch nie eröffnet“, begeisterte sich Lore Schrettner. Der ganze Abend war Alexander Umundum gewidmet und es bräuchte nicht extra erwähnt zu werden, dass die Pfarrkirche Großlobming bis auf den letzten Platz gefüllt war. Das Programm war mehr als anspruchsvoll, von Barock über die Klassik bis zur Moderne enthielt es alles. Der 11-jährige hochbegabte Blockflötist und vielfache Wettbewerbsgewinner Alexander wurde von Dimitrij Manelis, Klavier/Cembalo und Julia Panteljat, Violoncello, begleitet. Abwechselnd auf verschiedenen Blockflöten spielte der Solist Werke von Vivaldi, Händel, Couperin und andere mit einer Leichtigkeit als wären es die einfachsten Kinderlieder. Lang anhaltender Applaus und Standing Ovation waren selbstverständlich.

Am 30. Juli waren „Himmlische Melodien aus 4 Jahrhunderten“ in der Pfarrkirche St. Marein zu erleben. Gespannt wartete das Publikum auf die Einleitungsrede von Pater Pfarrer Othmar Stary, die immer einer der Höhepunkte dieses Konzertabends ist. Er sprach von dem Klang der Sprache, und zog eine Parallele zu Orpheus, der mit seiner Lyra, so beschreibt es die griechische Sage, die ganze Natur in Bewegung gebracht hat.


Musikalisch zog sich der Faden mit der Louis Spohr Sinfonietta und seinen Solisten, vom Barock zur Spätromantik. Als Gesangssolistin trat die Sopranistin Sara Elisabeth Lesser auf mit dem Largo von Domine Deus aus „Gloria“ von A. Vivaldi und der Arie „Vergnügen und Lust“ aus der Bach Kantate „Gott ist unsre Zuversicht“ BWV 197.


Mit dem Klassik Zeitalter und Mozarts „Mailänder Sinfonie“ endete der Himmlische Konzertabend. Als Zugabe wiederholte das Kammerorchester den ersten Satz dieser Sinfonie.


Zurück in die Pfarrkirche Großlobming. Der dritte Konzertabend wurde mit „Navigation in den Himmel“ betitelt, nicht von ungefähr, der Bezug wurde musikalisch zum Teil interpretiert. Großes Lob gilt der Louis Spohr Sinfonietta mit ihrer Konzertmeisterin Lore Schrettner, wie dem Dirigenten Heinz Moser, wenn man bedenkt, dass die jeweils aufgeführten Werke einen Tag vor der Aufführung mit dem Orchester geprobt wurden, ist das eine Meisterleistung aller Beteiligten. Mit G.F. Händel (Barock) navigierten die Musiker bis in das 20. Jahrhundert, vorbei an der Titanic Tragödie und zurück in die Klassik eines W.A. Mozart. Den gesanglichen Beitrag bot dabei Vocalensemble Großlobming, das für stimmungsvolle Glücksmomente sorgte.


Im zweiten Teil stand L.v. Beethoven und wohl der Höhepunkt des Abends auf dem Programm. Margherita Santi, gebürtige Italienerin, spielte das Konzert für Klavier und Orchester Nr.4. Sie hatte mit ihren Auftritten ganz Europa bereist und große Erfolge errungen. Das Kammerorchester leitete Heinz Moser. Als Dank für den kräftigen Applaus gab die Pianistin noch eine Zugabe.


Sie sollte im Schlosshof G’schlössl ihren Abschluss finden, die Internationale Musikwoche 2023 mit der Sommerserenade, doch die unbeständige Wetterlage ließ das nicht zu. So konnte die Louis Spohr-Sinfonietta zum Glück in den Turnsaal ausweichen. Initiatorin und Konzertmeisterin Lore Schrettner bedankte sich dafür bei der Gemeinde Lobmingtal und der Schulleitung der Volksschule.

Dem Unterhaltungswert tat es aber keinen Abbruch. Das Programm war auf die „Leichte Muse“ abgestimmt. Mit „An der schönen blauen Donau“ (die nie blau war), von Johann Strauss eröffnete das Kammerorchester den Serenadenabend. Solisten waren Klaus Steinberger mit der Strauss Romanze in d-moll Nr.1 für Cello u. Salonorchester und Valentin Moscher, der den Galopp für Xylophon-Solo „Erinnerung an Zirkus Renz“ vortrug und kräftigen Applaus erntete.


Hurtig und frisch ging es auch nach der Pause weiter mit Lehár, Strauss, Gershwin, Rodriguez und weiteren Komponisten und Arrangeuren.


Lore Schrettner wurde vom ATV Aichfeld zur Botschafterin für die Mitwirkung und Unterstützung im Rahmen des Kunst- und Kulturprogramms ernannt. Betreiber Walter Winter überreichte mit herzlichen Grüßen die Urkunde.


Text und Fotocredit: Walter Schindler


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