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Im Knittelfeld Kulturhaus ging's um die „Extrawurst“

Grill oder nicht Grill – das war die entscheidende Frage. Eine bissige Komödie im Knittelfelder Kulturhaus, die für Lacher sorgte und zunehmend satirischer wurde.

Im Kabarett „Extrawurst“ wird aus einer Grillsituation eine humorige Diskussion über Menschlichkeit und Toleranz.
Im Kabarett „Extrawurst“ wird aus einer Grillsituation eine humorige Diskussion über Menschlichkeit und Toleranz.

Die Zuschauer werden in Knittelfeld Zeugen einer brillant pointierten und hochaktuellen Komödie, die aufzeigt, wie eine Gesellschaft sich vollständig zerbrechen kann. Die Satire „Extrawurst“ von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob hat Regisseur Marcus Strahl von der Neuen Bühne Wien in das Waldviertel verlegt, in eine Gegend, die noch einigermaßen unberührt vom Culture Clash ist.

 

Die Mitgliederversammlung des Tennisclubs UTC Ottenschlag soll über die Anschaffung eines neuen Grills abstimmen. Normalerweise kein Problem – gäbe es nicht den Vorschlag, auch einen eigenen Grill für das einzige türkische Mitglied zu finanzieren, damit der gläubige Moslem seine Grillwürste nicht auf einen Rost mit Schweinefleisch legen muss? Das Publikum wurde zum Plenum erklärt und damit in die Auseinandersetzung als Klubmitglieder miteinbezogen.

 

Was anfangs im Stück noch eher humorvoll erschien, und für viele Lacher sorgte, entwickelte sich zunehmend zu einer satirischen, sarkastischen, entlarvenden und hochpolitischen Darstellung. Da soll der Islam auseinandergenommen werden: „Stehen Grillwürstchen eigentlich im Koran“? „Muss ein Grill für gläubige Moslems nach Mekka ausgerichtet werden?“ „Sind auch Vegetarier oder Veganer eigentlich eine Glaubensgemeinschaft?“ usw.

Nix mit Happy End, sondern einfach Schluss. Alle Beteiligten traten aus dem Klub aus. Der Vorsitzende meinte lapidar: „Dann müssen jetzt andere ran“.

 

Das unterhaltsame Stück und die hervorragenden Schauspieler Reinhard Nowak, Johannes Petautschnig, Anatol Rieger, Anna Sophie Krenn und Alexander Hoffelner hätten mehr Publikum verdient.

 

Vorschau: Mit der Komödie „Pension Schöller“ gibt es am 23. Oktober mit der Neuen Bühne Wien ein Wiedersehen.

 

Text und Foto Credits: Walter Schindler

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