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Gedenkfeier für Jüdinnen und Juden: Zwei Ringe im Strom der Zeit

Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Ermordung und Vertreibung der Jüdinnen und Juden Judenburgs

Am 23. Mai 2024 fand im Veranstaltungszentrum in der Kaserngasse eine bedeutende Gedenkveranstaltung statt, um an die ermordeten und vertriebenen Jüdinnen und Juden Judenburgs zu erinnern. Diese Veranstaltung wurde aufgrund schlechter Wetterprognosen von der ursprünglich geplanten Gedenkstätte „Zwei Ringe im Strom der Zeit“ ins Veranstaltungszentrum verlegt.

Aufgrund schlechter Wetterprognosen wurde die bedeutende Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die ermordeten und vertriebenen Jüdinnen und Juden Judenburgs von der Gedenkstätte „Zwei Ringe“ ins Veranstaltungszentrum in der Kaserngasse verlegt.
Aufgrund schlechter Wetterprognosen wurde die bedeutende Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die ermordeten und vertriebenen Jüdinnen und Juden Judenburgs von der Gedenkstätte „Zwei Ringe“ ins Veranstaltungszentrum in der Kaserngasse verlegt.

Die Veranstaltung wurde vom BG/BRG Judenburg in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Judenburg organisiert und bot ein umfangreiches Programm. Moderiert wurde die Veranstaltung von Karoline Weiß und Florian Holziger, unterstützt von Tristan Hansemann und Moritz Baumgartner, die alle von Thomas Murr professionell vorbereitet wurden.


Programm für die Jüngeren

Der erste Teil der Veranstaltung begann um 10:35 Uhr mit dem Theaterstück „Hannas Schlüssel – eine szenische Reise durch die jüdische Geschichte Judenburgs“. Schülerinnen und Schüler der 3E und 3A führten eine Zeitreise durch die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Judenburg auf. Das Stück erzählte die Geschichte von Hanna und Lucy, die durch einen geheimnisvollen Schlüssel auf eine Reise durch die Vergangenheit geschickt wurden. Dabei begegneten sie historischen Figuren wie Miriam und Neria und lernten über das jüdische Leben und die Kultur in Judenburg.


Am Ende des Stücks durften alle Volksschulkinder einen Friedensstein auf die Gedenkstätte „Zwei Ringe“ legen, ein Brauch im Judentum, der für das Gedenken an die Verstorbenen steht. Die Bühnentechnik und die musikalische Untermalung wurden von den Schülerinnen und Schülern des BG/BRG Judenburg hervorragend umgesetzt.

Anstelle von Blumen legen Jüdinnen und Juden Steine auf Gräber und Gedenkstätten, um ihre Erinnerung und ihren Respekt auszudrücken. Die Kinder wurden ermutigt, diese Tradition aufzugreifen und somit ein Zeichen des Friedens und der Verbundenheit zu setzen.
Anstelle von Blumen legen Jüdinnen und Juden Steine auf Gräber und Gedenkstätten, um ihre Erinnerung und ihren Respekt auszudrücken. Die Kinder wurden ermutigt, diese Tradition aufzugreifen und somit ein Zeichen des Friedens und der Verbundenheit zu setzen.

Programm für die Erwachsenen

Nach einer kurzen Pause wurden verschiedene prominente Rednerinnen und Redner auf die Bühne gebeten, darunter Dr. Anthony Scholz und Evelyn Skolet, die letzte in Judenburg geborene Jüdin. Ein weiteres Highlight war die Neuinterpretation der „Ringparabel“ von Gotthold Ephraim Lessing, inszeniert von Timo Pichler mit der Theatergruppe des BG/BRG Judenburg.


Die Veranstaltung endete mit dem Friedenssong „Reaching out for peace“, komponiert und arrangiert unter der Leitung von Martin Obermaier. Die großartigen Performerinnen und Performer wurden mit langem Applaus belohnt.


Wiederholung der Aufführungen

Am 27. Juni 2024 wurden die Theaterstücke „Die Ringparabel – neu interpretiert“ und „Hannas Schlüssel“ sowie der Friedenssong erneut in der Aula des BG/BRG Judenburg aufgeführt, um auch den Schülerinnen und Schülern, die nicht an der ersten Veranstaltung teilnehmen konnten, die Möglichkeit zu geben, diese wichtigen Werke zu sehen.


Besonders hervorzuheben ist die Ehrung von Katrin Horn, die für ihre Neugestaltung der Homepage des Judenburger Mahnmals vom Lions-Club für ihre VWA-Arbeit ausgezeichnet wurde.


Die Veranstaltung war ein großer Erfolg und wäre ohne die freiwillige und unbezahlte Arbeit vieler Jugendlicher und Erwachsener nicht möglich gewesen. Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten.


Hintergrund des Mahnmals „Zwei Ringe im Strom der Zeit“

Seit 2019 stehen in Judenburg die beiden Betonringe des Mahnmals „Zwei Ringe im Strom der Zeit“. Diese Gedenkstätte, entworfen vom Künstler Clemens Neugebauer, entstand in enger Zusammenarbeit von Schülerinnen und Schülern des BG/BRG Judenburg und der jüdischen Zwi-Perez-Chajes-Schule (ZPC) in Wien.

Kinder besuchen die Gedenkstätte „Zwei Ringe im Strom der Zeit“ und legen selbst bemalte Steine nieder, um der ermordeten und vertriebenen Jüdinnen und Juden Judenburgs zu gedenken.
Kinder besuchen die Gedenkstätte „Zwei Ringe im Strom der Zeit“ und legen selbst bemalte Steine nieder, um der ermordeten und vertriebenen Jüdinnen und Juden Judenburgs zu gedenken.

Die zwei Ringe symbolisieren die jüdischen Gemeinden, die in Judenburg von etwa 1000 bis zur Vertreibung 1496 und erneut von 1850 bis 1938 lebten. Es ist heute historisch unbestritten, dass Judenburg seinen Namen – wie viele Orte entlang der Venediger Handelsstraße – der jüdischen Bevölkerung verdankt. Während der nationalsozialistischen Herrschaft gab es Bestrebungen, die Stadt umzubenennen. „Was den Nazis nicht gelang, versuchte nach 1945 die lokale Geschichtsschreibung durch eine fragwürdige etymologische Umdeutung“, erklärt Michael Schiestl, Leiter des Stadtmuseums. „Tatsächlich entstand die Stadt um das Jahr 1000 aus einer jüdischen Siedlung.“


Fotocredit: BG/BRG Judenburg



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