Wirtschaftskammer Österreich im Umbruch – Rücktritt, Führungskrise und offene Zukunftsfragen
- murtalinfo

- 14. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Die Wirtschaftskammer Österreich steckt in einer Vertrauenskrise. Nach dem Rücktritt von Harald Mahrer übernimmt Martha Schultz interimistisch die Führung. Die Forderungen nach Reformen wachsen – auch im Murtal und Murau.
Rücktritt von Harald Mahrer und Beginn einer neuen Phase
Unter intensiver Kritik an Funktionärsbezügen, Sondervergütungen und der internen Struktur der Wirtschaftskammer Österreich hat Harald Mahrer seine Ämter als Präsident der WKO und als Vorsitzender des Wirtschaftsbundes am Donnerstag zurückgelegt. Die Diskussionen um Gehaltserhöhungen für Mitarbeitende, deutlich höhere Vergütungen für Spitzenfunktionärinnen und Spitzenfunktionäre sowie mangelnde Transparenz führten zu einem massiven Vertrauensverlust bei vielen Mitgliedsbetrieben. Die Wirtschaftskammer steht damit an einem Wendepunkt, an dem grundlegende Fragen der Legitimation erneut gestellt werden.

Martha Schultz übernimmt – eine Übergangslösung mit Fragezeichen
Mit der interimistischen Übernahme durch Martha Schultz rückt eine langjährige Funktionärin und Unternehmerin an die Spitze der Kammer. Schultz kennt die internen Strukturen seit vielen Jahren, gleichzeitig stehen auch ihre eigenen Spitzenbezüge im Fokus öffentlicher Kritik. Ob sie die Kammer langfristig durch diese Krise führen kann, bleibt offen. Entscheidend wird sein, ob die angekündigten Reformen tatsächlich umgesetzt werden und die Interessen aller Mitgliedsbetriebe transparent berücksichtigt werden.

Wirtschaftsbund: Gleichbehandlung oder strukturelles Problem?
Besonders im Murtal und Murau berichten viele Unternehmerinnen und Unternehmer, dass sie wichtige Informationen oder Einladungen zu Veranstaltungen oft nur dann erhalten, wenn sie zusätzlich Mitglied im Wirtschaftsbund sind. Diese Praxis sorgt für zunehmende Irritation und das Gefühl, dass pflichtzahlende Kammermitglieder unterschiedlich behandelt werden. Für viele Betriebe in der Region entsteht damit der Eindruck, dass die Nähe zum Wirtschaftsbund über den Zugang zu Informationen entscheidet – ein Punkt, der in der aktuellen Reformdebatte besonders stark kritisiert wird.
Bedeutung für das Murtal und Murau
Für die regionale Wirtschaft im Murtal und Murau ist die derzeitige Entwicklung besonders relevant. Die Pflichtmitgliedschaft betrifft vor allem kleine und mittlere Betriebe, Ein-Personen-Unternehmen und Selbstständige. Sie erwarten eine gleichwertige Vertretung und transparente Kommunikation – unabhängig von parteinahen Strukturen. Eine Neuaufstellung der Kammer könnte dazu führen, dass regionale Anliegen stärker berücksichtigt und die Zusammenarbeit verbessert wird. murtalinfo sowie die DELPHIakademie mit dem Netzwerk „Die Macherinnen“ werden künftig verstärkt darauf achten, Informationen zu Veranstaltungen, Programmen und Angeboten rechtzeitig zu erhalten, um die Betriebe der Region umfassend informieren zu können.





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